Oktober 2008
Wir bekommen einen Rhodesian Ridgeback
Nach der Entscheidung Hund ja oder nein, war bei uns alles ganz klar - dachte ich - aber Helga war da anderer Meinung. Sie wollte einen mit stehenden Ohren und ich wollte einen Ridgeback. Die Diskussion um die Ohren ging einige Wochen bis ich Ihr den Kompromiss gezeigt habe, zwischen stehenden Ohren und Ridgeback - den Thai Ridge - das Thema Ohren war durch.
So entschlossen und voller Mut, machten wir uns auf die Suche nach den "Löwenjägern". In Stuttgart auf der Animal 2006 fanden wir sie - stolze Besitzer mit ihren Hunden. Wir fingen auch gleich damit an, unfeine Fragen zu stellen. Wie zum Beispiel: "Wie lange lassen Sie Ihren RR alleine zu Hause" oder "Ist das Ihr erster RR?" Schnell haben wir gemerkt, dass ein RR nichts für uns ist. Wir haben keine 24 Std. täglich für ihn Zeit und wir können auf keine 40 Jahre Erfahrung mit Hunden im allgemeinen und mit RR’s im besonderen zurückgreifen. Und trotzdem haben wir jetzt seit gut 1 Jahr und 7 Monaten einen RR zu Hause. Das ist unser größter Sonnenschein, das Beste was uns passieren konnte, die Insel der Geborgenheit und der Ruhe oder ganz kurz gesagt: unser Bantu.
Bantu war am Tag seiner Abgabe genau 7 Jahre und 10 Monate lang der Begleiter einer Familie, bis sie ihn nicht mehr wollten oder vielleicht konnten sie auch nicht mehr - wer weiss das denn heute noch so genau.
Bantu ist in Düsseldorf als reiner Stadt-Hund aufgewachsen, bei uns lebt er in einem 800-Seelen-Dorf. Das war schon eine große Umstellung für ihn. Statt eingemauerte Bäume anzupinkeln, geht der Hund von Welt aufs Feld - ja ja so ist das hier. Aber auch die schönste Idylle hat einen Haken. Bantu muss sich nun alles mit uns und unserer Katze Sammy teilen, ob er will oder nicht. Sie hatte ihn ja schon in Düsseldorf voll im Griff. Ja Sammy war in Düsseldorf mit dabei - weil der Vorbesitzer von Bantu nicht wusste, ob und wie Bantu mit Katzen auskommt. Wir können nun im Nachhinein sagen: sehr gut. Aber wenn man das so überlegt, was wir da gemacht haben, kann man nur den Kopf schütteln. Man nehme Hund, Katze (natürlich im Transportkorb) und 3 Menschen, stecke sie in einen kleinen Raum und wartet einige Minuten ab, bis alle ruhig sind, öffne die Transportkiste der Katze und wartet noch mal. Der nette RR macht den ersten Schritt. Er steckt die Schnauze in den Korb und was passiert? Er fängt sich eine ein. Kaum erholt vom ersten Schrecken, was macht der arme Tölpel? Ja, er steckt die Nase wieder rein und bekommt noch eine. Erste Runde: Sieger Sammy. Jetzt wissen wir, dass nicht jeder Ridgeback so Gentleman like reagiert hätte, aber Bantu hat so reagiert und das war gut so (ganz besonders für Sammy). Jetzt lebt er bei uns und mit uns.
Bantu hatte leider als junger Hund selten die Gelegenheit bekommen, mit Artgenossen Kontakte zu schließen - daher ist der erste Kontakt zu Hunden (ob weiblich oder männlich) schwierig oder besser gesagt etwas steif. Aber durch Training mit unseren Hundetrainerinnen wird es von mal zu mal besser und schöner für ihn und für uns. Weil wir viele Unternehmungen mit Bantu machen, wie z.B. eine große Hafen-Rundfahrt auf der Elbe durch Hamburg oder Wanderurlaub auf der Seiser Alm in Südtirol oder Sommerurlaub am Meer in Süd-Frankreich oder Skifahren in Österreich oder das Highlight des Jahres, die Ridgeback-Olympiade in Leverkusen, oder Seminare in der Schweiz von RR in Not, kommen wir Tag für Tag ein kleines Stück weiter. Es gibt auch einige Rückschläge - aber nur aus diesen Erfahrungen lernt Bantu und wir auch.
Es ist schön zu sehen, wie sich Birgit Linnerth für die Rasse Rhodesian Ridgeback engagiert und ihr Herzblut dabei gibt. Wir haben Bantu ihr zu verdanken.
Daniela, Helga, Sammy und Bantu |