FILOUEine Wundertüte für Herborn
So gingen zwei Monate ins Land, und der Wunsch, wieder einen Vierbeiner um mich zu haben, wuchs von Tag zu Tag. Aber einen Welpen von einem Züchter wollte ich nicht. Es gibt genug Hunde, die ein neues Zuhause suchen. Aber ein Ridgeback musste es auf jeden Fall sein. Und was macht man in diesem Fall als allererstes? Man schmeißt den Computer an, und ab ins Internet. Es dauerte nicht lang und ich landete bei „Rhodesian Ridgeback in Not“. Ich schaute mir die Seite von oben bis unten durch, aber es war irgendwie nicht der Richtige dabei. Und ich warf meinen Entschluss erst mal wieder über Bord. Doch eine Woche später hatte ich das Gefühl, ich solle nochmal bei „RR in Not“ schauen. Also gedacht getan, Computer an und ins Netz. Und da war er! Bruno 3 Jahre alt…. Ich dachte sofort, das könnte passen, und setzte mich mit Birgit Linnerth in Verbindung.
Der erste Schritt war getan, aber Frau Linnerth konnte mir zu diesem Zeitpunkt noch nichts über Bruno sagen. Sie bat mich, in drei oder vier Tagen nochmals anzurufen, da Bruno erst in eine Pflegestelle kommen würde, wo man sich Bruno erst mal anschauen würde um mehr über ihn sagen zu können.
Es war endlich Samstag, ich setzte mich mit meiner Freundin ins Auto und wir machten uns auf den Weg nach Osnabrück. Ich war sehr gespannt, wie Bruno auf mich reagieren würde. Zwei Stunden später war es dann so weit! Wir standen bei Familie K. vor der Haustür und klingelten. Die erste Begrüßung, ein tiefes Bellen. Das musste Bruno sein, den wir durch die Glasscheibe der Haustür auf uns zulaufen sahen. Herr K. öffnete die Tür, begrüßte uns und sagte uns gleich dass wir uns Bruno gegenüber erst mal sehr passiv verhalten sollen, da er noch sehr unsicher auf fremde Menschen reagieren würde. Ganz im Gegenteil zu Caaya, die Hündin der Pflegestelle, die uns sehr stürmisch begrüßte. Bruno verhielt sich erst zurückhaltend, aber durch kleine Leckerli haben wir die ersten Hürden des Kennenlernens überwunden. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Familie K. auf das Herzlichste bedanken, dass sie uns angeboten haben bei ihnen zu übernachten. Weil: hätte ich Bruno nur am Samstag für ein paar Stunden gesehen, hätte ich mich wahrscheinlich nicht für ihn entschieden. Aber am Sonntag sah die Welt ganz anders aus. Bruno hatte wesentlich mehr Vertrauen gefasst, außerdem sicherte Frau K. uns zu, dass sie und ihr Mann uns jeder Zeit helfen würden. Und nachdem sie sagte, dass noch eine gute Freundin von ihr, die in der Nähe von Frankfurt lebt, mir auch jeder Zeit unter die Arme greifen würde, fiel es mir dann noch leichter, mich für Bruno zu entscheiden. Ich entschied mich allerdings dafür, Bruno erst im Laufe der nächsten Woche zu holen, da ich ein paar Tage Urlaub nehmen wollte damit er sich (bis dahin immer noch Bruno heißend) besser bei mir einleben kann.
Aus Bruno wurde Filou. Da Bruno auf seinen Namen nahe zu überhaupt nicht reagierte, entschieden wir uns Bruno auf einen neuen Namen zu konditionieren, mit dem er nur Positives verbindet. Filou war geboren! Frau K. gab sich im Laufe der Woche größte Mühe, „Bruno“ auf seinen neuen Namen „Filou“ umzugewöhnen. Und was soll ich sagen?! Mit großem Erfolg! Mittwochabend der darauf folgenden Woche war es dann so weit. Wir machten uns wieder auf den Weg nach Osnabrück. Ich konnte meine Vorfreude auf Filou kaum noch verbergen. Und der Empfang war dieses mal wesentlich impulsiver. Wir blieben noch bis Donnerstagmittag und Frau K. gab mir noch viele nützliche Tipps, die mir den Umgang mit Filou, gerade am Anfang, erleichtern könnten. Filou verwunderte uns das erste Mal auf der Heimfahrt von Osnabrück nach Herborn. Er lag die ganze Fahrt über hinten im Kofferraum und schlief. Keinen Mucks hörten wir von ihm. Das hätte ich so nicht erwartet. Und das zweite Mal brachte Filou mich zum Staunen, als wir zu Hause angekommen waren, und nach einer kurzen Steppvisite ums Haus, in meine Wohnung kamen. Und Filou nach kurzem Durchschnuppern, wie selbstverständlich auf meinem Sofa lag und erst mal schlief.
Am Sonntag stand die nächste Herausforderung an! Ich machte mich mit Filou auf, in Richtung meines Arbeitsplatzes nach Ffm. Nachdem ich ihn ja in Zukunft bei der Arbeit dabei haben werde, sollte er die Umgebung auch in Ruhe kennenlernen. Vorher traf ich mich aber noch mit Frau P., der Freundin von Frau K, die mir anbot, mir bei der Umorientierung von Filou zu helfen. Sie sehr positiv überrascht, von den Fortschritten, die Filou gemacht hatte. „ Und ich erst“. Sie wusste von Filou nur das, was ihr Frau K. bis dato berichtet hatte. Heute weiß ich, Filou wird kein super Hund, er ist schon immer einer gewesen. Man muss ihm nur die Chance geben es zu zeigen. Wobei ich sagen muss, dass dieses Potential wahrscheinlich so ziemlich jeder Hund hat. Nur viele Hundebesitzer lassen es wegen Unwissenheit nicht zu. In diesem Sinne: So, aber jetzt sollte ich mal langsam zum Schluss kommen, sonst wird das noch ein Roman. Nur eines noch:
Mein Fazit!
Lieben Gruß aus Herborn
Filou, Dijana und Manfred
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