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Nero

27.06.2012

Unseren ersten Ridgeback bekamen wir im September vor nun beinahe 11 Jahren als Welpen und sind mit unserer Hatari von Anfang an und bis heute glücklich. Ca. zwei Jahre später kam dann der zweite RR ins Haus: ein ca. siebenjähriger Rüde aus dem Tierheim (ausgesetzt, also mit gänzlich unbekannter Vorgeschichte). Es gab Anfangsschwierigkeiten, aber schließlich hat er sich gut eingelebt und kam auch mit dem Familienzuwachs auf nun drei Kinder gut klar. Im Januar 2010 mußten wir ihn mit 14 1/2 Jahren verabschieden und genossen erst mal die Zeit mit nur einem Hund. Bis dann langsam aber sicher doch wieder die Nothunde interessant wurden, denn dass ein zweiter Hund eher kein Welpe sein sollte - für den mir bei drei Kindern die notwendige Zeit fehlen würde -, stand auch fest. Und eine Hündin sollte es unbedingt sein, denn wir hatten doch die Erfahrung gemacht, dass die Mädels insgesamt leichter zu führen sind und das Imponiergehabe von Rüden manchmal einfach anstrengend ist.

Also begannen wir oder besser gesagt ich, die RR-in-Not-Seite wieder intensiver zu beobachten und kurz vor Weihnachten war es soweit, da stand eine zweijährige Hündin drin, die uns auf Anhieb sympatisch war. Also nahmen wir das erste Mal Kontakt auf zu Frau Linnerth, bekamen allerdings nach ein paar Tagen ein Absage, da die bisherigen Besitzer sich doch nicht von ihrer Hündin trennen wollten. Dann war es Ende März wieder soweit, dass wir uns für eine Hündin interessierten und diesmal kam auch ein telefonischer Kontakt zur Besitzerin zustande, es hörte sich alles sehr positiv an, und wir verabredeten einen Besuchstermin zehn Tage später. Als ich wie besprochen am Tag davor nochmal anrief, um mein Kommen zu bestätigen, hieß es auf einmal, es würde sich im Laufe des Nachmittags entscheiden, ob der Hund vielleicht zu einer anderen Interessentin (offensichtlich private Kontakte) gehen würde. Und so kam es dann auch. Die Enttäuschung in der ganzen Familie war groß, aber letztendlich geht es ja um das Wohl des Hundes und nicht um das Gewinnen im menschlichen Konkurrenzkampf!

Aber wir wollten nun doch einen zweiten Hund haben und daraufhin meldeten wir nun doch das Interesse an einem fünfjährigen Rüden an, den ich schon einige Zeit auf der Seite gesehen, aber immer ausgeblendet hatte, da es ja eine Hündin sein sollte, und Nero suchte nun auch dringend eine Pflegestelle bis spätestens Ostern. Also email an Frau Kaufmann am Freitagabend und Samstag vormittag kam gleich die Antwort mit Kontaktdaten. Jetzt wurde nicht mehr lange gezögert, mittags führte ich ein längeres Telefonat mit der Besitzerin und stellte alle Fragen, die ich auf meiner Liste hatte, und wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag, den 10. April. Nero war ein "Scheidungswaise", für den die bisherigen Halter aufgrund ihrer Trennung und beruflichen Situation einfach nicht mehr genug Zeit hatten, er war schon monatelang viel zu häufig allein und sich selbst überlassen. Mein Mann hatte leider keine Zeit, also fuhr ich mit unseren drei Kindern und unserer Hündin aufs Land bei Neuruppin. Um es kurz zu machen: wir fuhren mit Nero nach Hause!

Die Hunde verstanden sich sehr gut miteinander, ließen sich gemeinsam ins Auto verladen, soweit so gut. ABER: Nero ließ sich absolut nicht anfassen von uns. Dass er sich von Fremden nicht anfassen/streicheln läßt und ein Problem mit Händen hat, hatte uns die Besitzerin auch gesagt, und so war es wirklich! Ich war bei uns mit dem Auto aufs Grundstück gefahren, hatte die Klappe geöffnet und den Hund in den Garten gelassen und dort bzw. natürlich auch im Haus verbrachte er die nächsten fünf Wochen. Ich habe noch nie einen so ängstlichen großen Hund erlebt, der sich eher wie ein scheues Reh als wie ein stolzer und selbstbewußter RR-Rüde präsentierte. Er sah so toll aus und hatte einen total freundlichen Gesamtausdruck, dass wir ihm gern eine Chance geben wollten, aber erst mal war ich doch verunsichert, ob wir das wohl schaffen könnten. In den ersten zehn Tagen war er auch nur mit Hilfe von Fleischwurst ins Haus zu bewegen, und sein Futter erhielt er ausschließlich aus der Hand. Das war übrigens kein Problem, nur wenn man dann die Hand zu ihm hinbewegte, flüchtete er wieder. Nach ein paar Tagen nahm ich Kontakt zu einer mir empfohlenen Hundetrainerin auf, um mir einfach mal professionelle Hilfe zu holen und zwar möglichst im Anfangsstadium, bevor sich irgendwelche Verhaltensweisen negativ verfestigten. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, und als ich nach drei Wochen (nach dem 2. Hundetrainertermin) mit dem Training "Leine ist etwas Tolles" begann, hatte er bereits nach zwei Tagen verstanden, worum es ging, und nach fünf Tagen ließ er sich freiwillig das erste Mal anleinen. Irgendwie hat ihm sicherlich auch die Erfahrung mit unserer Hatari gezeigt, dass die Leine etwas Gutes ist, denn immer wenn ich sie anleinte, verschwand sie für längere Zeit zum Spazierengehen. Tja und so kam es, dass Nero nach fünf Wochen bei uns das erste Mal spazierengehen konnte. Es war ein tolles Erfolgserlebnis, für Nero natürlich super aufregend, fremde Umgebung, alles neu, und er zog ziemlich an der Leine. Bei der dritten und vorerst letzten Trainerstunde bekam ich noch Hilfestellung fürs Leinentraining, und mit Konsequenz und dem Kennenlernen des neuen Reviers hat sich das Gezerre ganz schnell gegeben, inzwischen kann er sogar ein Leckerchen fressen, was zuerst auch unmöglich war. Begegnungen mit anderen Hunden verliefen stets friedlich, obwohl ich ihn natürlich erst mal nicht frei laufen ließ. Denn auch im Garten ließ er sich noch nicht einfach heranrufen und anfassen. Das haben wir inzwischen auch geschafft, und so konnte er nun auch schon mit diversen Hunden auf Feld und Wiese frei toben. Ich kann ihn inzwischen immer anfassen, bei den anderen Familienmitgliedern geht das noch nicht ohne Weiteres, aber er erschreckt sich auch nicht mehr gleich, wenn es etwas eng und unruhig wird. Und das ist es bei drei Kindern, zwei Erwachsenen, den Hunden und unserer Katze, die die Hunde im übrigen gut im Griff hat : ), häufig. So bieten wir Nero gleich die beste Trainingssituation, um ihn abstumpfen zu lassen. Auch wenn ihm die Berührung durch fremde Menschen unheimlich ist, kommt er jedesmal freundlich interessiert an, wenn Besuch an der Tür steht, egal ob Kind, Mann oder Frau und beim Tierarzt, wo wir inzwischen zur Kastration und Impfung waren, ließ er sich anfassen und behandeln, wie andere Hunde auch. Stadtrundgänge, Burgbesichtigung und Eiscafébesuche hat er in den Ferien auch schon mitgemacht und vorbildlich gemeistert.

Fazit: wir sind glücklich mit unserem neuen Rudelmitglied und optimistisch, dass Nero auch weiter dazulernen und sich anpassen wird. Er ist ein wirklich freundlicher Rüde, der sich in unserem Rudel von sich aus ganz unten einordnet, ohne erkennbare Ambitionen, das zu verändern, und auch sonst keine schlechten Angewohnheiten hat (er klaut nicht Essbares, öffnet keine Türen, zerstört nichts, buddelt nur an einer Stelle eine Liegekuhle, springt nicht über Zäune, liegt nicht auf dem Sofa...).

Wir wünschen auch anderen den Mut zum Nothund! So wie ein Welpe seine Menschen auf seine Weise fordert, so fordert ein erwachsener Hund mit bekannter oder unbekannter Vorgeschichte auch seine neuen Menschen, aber die Freude über die Fortschritte und die Anpassungsfähigkeit eines "gebrauchten" Hundes sind von ganz besonderer Art.

Vielen Dank auch dem RR in Not Verein für die unermüdliche Arbeit!

Herzliche Grüße

Christiane und Marc mit Julian, Annika und Marius sowie Hatari und Nero und Katze Nayra


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