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Tonka

16. November 2002

 

So ist es mit unserer Tonka ....
Nachdem ich RR-Bücher gelesen habe und die RR.org-Seite wochenlang studiert habe und zusätzlich Birgit Linnerth von RR in Not genervt habe, stand für uns fest – ja wir wollen einen Rhodesian Ridgeback, denn ein Hund dieser Rasse passt zu uns. Da wir aus verschiedenen Gründen keinen Welpen wollten, kam für uns nur ein Nothund in Frage.
Wer allerdings meint, auf diesem Weg billig an einen Rassehund zu kommen, der hat die falsche Einstellung den Nothunden gegenüber. Des weiteren ist so ein Hund nicht kostengünstig und auch kein Sonderangebot – dem sollte sich jeder bewusst sein!
 

Am 24.07.02 erfuhren wir von der Nothündin Berta, die in einem Tierheim 500 km entfernt saß. Berta wurde von einem Hundeschlachthof in Ungarn gerettet, wurde misshandelt und war unterernährt.
Am 26.07.02 machten wir uns auf den Weg zu Berta. Vor Aufregung konnte ich die Nacht zuvor nicht schlafen, auf dem Hinweg mussten bestimmt 10 Rastplätze angefahren werden, da meine Blase völlig verrückt spielte....
Gegen Mittag sind wir angekommen und konnten nun diese arme Maus kennen lernen. Vor uns stand ein Hund, bei dem man die Knochen zählen konnte und für den Selbstbewusstsein ein Fremdwort war. An den Beinen und am Hintern war sie übersäht mit Wunden, Narben und Stellen. Trotzdem war dieser Hund überaus freundlich. Wir gingen mir ihr spazieren, trafen dabei auf Jogger, andere Hunde und auf Kinder. Zu guter Letzt gingen wir mit ihr in das Katzenhaus des Tierheims, auch hier keinerlei Aggressionen - nur Interesse! Es war sofort klar – das ist unser Hund. Von nun an heißt Berta TONKA!
Für die Rückfahrt brauchten wir 7 Stunden, da wir uns von einem Stau in den nächsten stellten. Ich saß bei Tonka auf dem Rücksitz und streichelte sie. Nach ca. 2 Stunden fing sie an sich zu entspannen. Ich glaube schon dadurch eine Bindung zu ihr aufgebaut zu haben.
 

Als wir endlich zu Hause ankamen lernte Tonka nun den Rest des Rudels kennen – 2 Katzen. Tonka war sichtlich begeistert und bellte sogar – sie hätte so gerne gespielt. Wahrscheinlich „ihr lauft weg und ich fange euch dann“ nur haben die Katzen das ganz anders gesehen und dies auch durch fauchen sehr deutlich gemacht. Nach 5 Minuten konnten wir Tonka davon überzeugen auf ihrer Decke liegen zu bleiben – da die Katzen von ihr nicht so begeistert waren wie sie von den Katzen ?
 

Die Rangordnung war sofort klar – Katzen, Menschen, Hund oder besser Katzen, Hund, Menschen??? Was die Benutzung des Sofas betrifft bin ich mir da heute nicht mehr so sicher....Denn in diesem Moment liegt auf dem Sofa ein Hund und eine Katze, auf dem Sessel liegt die andere Katze....
 

Am Samstag den 27.07.02 ziemlich genau 23 Stunden, nachdem wir das Sorgerecht für Tonka übernommen hatten ist das erste Drama passiert, auch JAGDTRIEB genannt. Gegen 11.00 fuhr ich einkaufen und Martin ist mit Tonka spazieren gegangen. DANN IST ES PASSIERT: Ein Hase kreuzte ihren Weg, Tonka schmiss sich zurück und Martin hatte das Halsband an der Leine, nur der Hund dazu, der war weg.... Tonka jagte einen Hasen und hat überhaupt nicht daran gedacht diese Jagd abzubrechen. Er konnte sie noch eine ganze Zeit verfolgen, aber dann war sie weg.
Ich bekam einen Anruf aufs Handy und fuhr sofort nach Hause. Uns gingen Gedanken durch den Kopf von: Hund erschossen vom Jäger, Hund vom Auto überfahren, Hund von fremden Menschen gefunden und wird einfach behalten. Schließlich sah sie ja auch aus, als ob sich niemand um sie kümmerte. Wir waren mit den Nerven am Ende! Nach 3 Stunden kam Tonka wieder.... sie kroch auf allen Vieren als sie uns sah....sie muss schreckliche Angst gehabt haben – uns ist ein Felsblock vom Herzen gefallen – aber mit Halsband wollten wir nicht mehr spazieren gehen!
Auch in dieser Situation war Birgit Linnerth mal wieder sofort zur Stelle. Wir durften zu ihr kommen und sie hat uns ein Brustgeschirr geliehen, damit Tonka auch weiter ihre notwendigen Spaziergänge bekam. An dieser Stelle noch mal: DANKE BIRGIT
 

Am 28.07.02 (Sonntag) stellten wir dann fest, dass Tonka einen sehr starken Zwingerhusten hatte – also ab zum Tierarzt.
Ja, die ersten 3 Tage als Hundebesitzer waren sehr aufregend....aber Tonka ist es 100%ig wert. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich dann noch ein Verdacht auf Leihsmaniose raus.... eine Nachuntersuchung hat jedoch einen negativen Befund ergeben. Dafür humpelt Tonka seit einiger Zeit und nun besteht der Verdacht auf Arthrose oder ED, was wahrscheinlich eine OP nach sich ziehen wird.
 

Wenn Sie jetzt denken, oh Gott und das alles für einen Nothund? Ich kann nur immer wieder sagen: JA JA JA!!! Tonka ist es allemal wert! Unser Tierarzt freut sich auch jedes Mal wenn er uns sieht.....er träumt schon von seinem neuen Auto.
Wir haben die Maus jetzt ca. 4 Monate und was Tierarztkosten angeht wirklich Pech, aber wir können uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Tonka hat in dieser kurzen Zeit schon soviel Selbstbewusstsein aufgebaut, das ich es selbst kaum glauben kann. Sicher gibt es immer wieder Situationen wo sie den Schwanz klemmt, aber diese Situationen werden immer weniger – dafür läuft sie immer öfter mit wedelndem Schwanz vor mir her und das macht mich super glücklich.
Tonka ist für uns der perfekte Hund, denn was wirklich zählt ist der Charakter und ihrer ist einmalig. Sie ist ein aufmerksamer, liebevoller, freundlicher und manchmal wirklich dickköpfiger Ridgeback! Mittlerweile hat sie kaum noch sichtbare Verletzungen, ihr Vertrauen wächst von Tag zu Tag und zugenommen hat sie auch –Selbstverständlich ist sie der schönste und beste Hund der Welt – für uns. Wir würden sie gegen keinen Hund der Welt eintauschen. Die Fortschritte die wir bei ihr feststellen können haben wir allein durch Liebe und Konsequenz erreicht – obwohl auch sie uns, gerade in Sachen Jagdtrieb, manchmal zum verzweifeln bringt – aber es wird langsam (sehr langsam) besser! Allerdings werden wir auch besser, denn mittlerweile gelingt es uns immer öfter zu erkennen wann es brenzlig wird.
 

Wenn Tonka langweilig ist, nutzt sie sofort eine Gelegenheit irgendetwas zu jagen. So ist es auch schon passiert, dass sie die Kühe auf der Nachbarswiese zusammen getrieben hat. Ich dachte (das war der Fehler) dass der Weg, jagdtechnisch gesehen, sicher sei und ließ sie ohne Leine laufen. Tonka die immer Angst vor diesen Kühen hatte, ist in rasanter Geschwindigkeit durch den E-Zaun gesprungen und tat ihre Arbeit. Ich dachte nur....wie erklärst du nur dem Bauern dass seine Kühe ausgebrochen sind? Das ist zum Glück nicht passiert. Nachdem Tonka alle Rinder in eine Ecke getrieben hat, kam sie stolz wie Oskar zurück. Sie scheint ein bisschen Hütehund abbekommen zu haben ?
Ein anderes Mal fuhr ich mit Tonka Fahrrad, an der Leine. Eine fremde Katze kreuzte unseren Weg und sie startete durch.....Natürlich konnte ich sie nicht halten und Tonka fetzte über die Strasse, auch dieses Abendteuer nahm ein glückliches Ende! Vielleicht sollte ich hier sagen: Danke lieber Gott.
 

Geschichten in denen mir Tonka verloren ging, sehr oft mit Schleppleine, weil ich sie einfach nicht mehr halten konnte, sobald sie mit Anlauf in die Leine gesprungen ist um ein Reh zu verfolgen, kann ich viele berichten. Und jedes Mal war ich kurz vor einem Herzinfarkt. Tonka blieb zwischen 2-20Min. verschwunden. Wissen Sie wie lange nur 10 Minuten sind, wenn sie gerade Panik haben, dass ihr Hund erschossen wird? Seitdem es Tonka in meinem Leben gibt, habe ich keine Probleme mehr mit meinem zu niedrigen Blutdruck.....
 

Damit Tonka ihren Jagdtrieb wenigstens etwas befriedigen kann, lege ich ihr Schleppfährten....schwanzwedelnd und im super Tempo fährtet sie. An der Ostsee darf sie Möwen jagen (da kann ja nichts passieren...) Dort rennt sie wie eine Verrückte den Strand auf und ab, läuft sogar ins Wasser nur um eine Möwe zu fangen....Diese Ausflüge sind für uns beide ein Riesenspaß, weil ich an Plätzen wie der Ostsee meinen Hund so lassen kann wie er ist ohne Angst zu haben es kommt ein Auto oder Jäger.
 

Heute geht mir Tonka wesentlich seltener „verloren“ zum einen, weil ich meistens rechtzeitig erkennen kann, wann ich entweder die Schleppleine kürzer nehmen muss bzw. den Hund wieder anleinen muss, zum anderen weil Tonka sich schon viel besser abrufen und/oder ablenken lässt.
 

Ich möchte mit meinem Beitrag Mut machen einem Nothund eine zweite Chance zu geben – denn sie sind es wert! Wir freuen uns JEDEN TAG Tonka gefunden zu haben!!!
 

Ich wünsche Ihnen ganz viel Glück bei der Auswahl ihres Hundes

 

Es Grüssen
Sylvia und Tonka

 

 


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